“Mach dich frei”-  oft ist das leichter gesagt als getan. Wenn Du kurz vorm Burnout stehst, ist es Zeit zu handeln. Aber wie überstehst du stressige Phasen in Deinem Leben oder wie gehst du mit Deinen negativen Einstellungen um?


Lass los und werde frei – selbst Buddha erkannte das Loslassen schon als Schlüssel zum Glück

Loslassen. Jeder spricht und liest über das große Myterium, dem Loslassen. Überall, sei es in der spirituellen Literatur, in sämtlichen Lifestyle Magazinen, Lebensratgebern, auf Facebook ist davon zu lesen und geht es in irgendeiner Form ums Loslassen.

Lass Deine Erwartungen los, damit Du in einer erfüllten Partnerschaft lebst.

Lass Deine Gedanken los, damit Du entspannst.

Lass Deine Wünsche los, damit Du frei und unabhängig bist.

Sogar Buddha sagte: “Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück”.

Ich bin der Frage nach gegangen, warum das Loslassen derzeit so im Trend liegt. Denn es scheint, als bräuchten wir nur das Loslassen zu lernen und schon wären wir gesünder, freier, glücklicher. Stimmt das?

Die Idee hinter dem Konzept ist Freiheit – Loslassen, um frei zu sein.

Es fällt auf, dass im Zusammenhang mit Loslassen immer wieder um das Thema Freiheit auftaucht. Geht es Dir vielleicht auch so? Wir Menschen wollen uns oft freier fühlen und versuchen dafür, sich von allem Möglichen loszusagen. Das ist vollkommen nachvollziehbar, denn obwohl wir unser Leben noch nie so frei gestalten konnten wie in dieser Zeit, stehen wir dennoch unter enormem Druck. Oft haben wir uns in den Gedanken verstrickt, noch schöner, noch erfolgreicher, noch beweglicher, noch innovativer zu sein.

Dutzende von Ratgebern zeigen uns es und so haben wir fast gar keine andere Wahl, als auf den Zug aufzuspringen. Doch wie Freiheit fühlt sich das nicht an! Kein Wunder also, dass wir nach neuen Wegen suchen.

Loslassen – vielleicht doch nur zur Persönlichkeitsoptimierung?

Doch scheint das Loslassen nur wie ein erneuter Versuch, unsere Persönlichkeit zu optimieren. Die meisten wollen gelassen, entspannt und unabhängig sein und etwas aus uns machen, was wir augenblicklich nicht sind. Ist das wirklich Freiheit? Eher nicht.

Meiner Meinung nach bedeutet Freiheit vielmehr… nämlich, dass wir uns selbst erkennen, ohne zu analysieren und ohne den Drang, etwas zu verändern. Frei sind wir in dem Moment, wo wir uns so sein lassen, wie wir sind, wenn wir uns selbst so annehmen wir sind, wenn wir uns selbst lieben und unabhängig sind vom Außen.

Etwas loslassen zu wollen bedeutet im Umkehrschluss, dass wir es so, wie es gerade ist, sich ungenügend anfühlt. Dass wir anders sein müssten oder dass etwas anders sein muss, um es als besser oder irgendwie “richtiger” zu erleben.


Sein lassen statt Loslassen – die Selbst-Akzeptanz

Ich dachte immer ganz oft, meine Angst und Traurigkeit loslassen zu müssen, um frei und stark zu sein. Ich bemühte mich jahrelang und musste dann doch feststellen, dass ich es nicht schaffe. Wenn ich Angst habe oder traurig bin, habe ich Angst oder bin traurig.

Also änderte ich meine Strategie und lernte, meine Angst und Traurigkeit sein zu lassen, sie in ihrer Intensität zu spüren, ihren Duft einzuatmen und ihre Farben wahrzunehmen, sie in meinem Körper zu fühlen. Ich übte das Gegenteil von Loslassen. Ich hielt die Gefühle, wie ein weinendes Kind, damit sie sich willkommen geheißen fühlen. Und merkte: Meine Angst und Traurigkeit geht, wenn sie gehen. Nicht dann, wenn mein Verstand sagt, dass ich sie jetzt nicht mehr brauche.

Nicht nur mit meiner Angst und Traurigkeit, auch mit meiner Wut und meinen Sehnsüchten machte ich die gleiche Erfahrung: Alles kommt und geht zu seiner Zeit.

Die Freiheit liegt dabei im Seinlassen - nicht im Loslassen, schon gar nicht im erzwungenen Loslassen.

Und damit ist nicht gemeint, dass Du zum Beispiel in schädlichen Beziehungen oder Arbeitsverhältnissen verharren sollst oder destruktive Verhaltensweisen beibehalten sollst. Wenn etwas Dich selbst oder andere schädigt, solltest Du natürlich versuchen, es zu verändern. Nur bringt es leider nichts, die damit verbundenen Gefühle unbedingt loslassen zu wollen. Wenn Du Dich zum Beispiel aus einer toxischen Verbindung gelöst hast, dann ist es fast schon Deine Pflicht, Deine Gefühle anzunehmen, wie sie gerade sind. Denn wirkliche Heilung findet nur statt, wenn alles, was da ist, da sein darf.

In meinem kostenlosen Newsletter gibt es eine Übung zum Seinlassen. Wenn Du magst, dann trage Dich doch hier ein, damit Du die Übung erhältst. Außerdem kannst Du dann immer wieder weitere kostenlose Tipps und Anregungen erhalten.

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